HZ-Foto
vom 17.04.2008


Vergrößern!

Schätze aus Nepal: Dr. Eckart Auel (links) und Dieter Baur mit einem „Mandala", einer Gebetsvorlage, und einem „Auge des Buddha", wie es an jedem Tempel zu sehen ist. Foto:Trebing

Hintergrund

Nur 330 Dollar im Jahr

Der Staat Nepal liegt in Südasien und grenzt im Nordosten an China und im Südwesten an Indien an. In Nepal liegt ein Großteil des Himalaya-Gebirges und auch der Mount Eve-rest. Flächenmäßig ist Nepal etwa so groß wie Großbritannien und hat 28 Millionen Einwohner.

Der Himalayastaat gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 330 US-Dollar. Nur etwa die Hälfte der Kinder können zur Schule gehen.

 

Presse

Hersfelder Zeitung, 17.04.2008

Guna macht Examen

Die Nepalhilfe Bad Hersfeld setzt sich für Bildung in einem der ärmsten Länder ein

VON SASKIA TREBING

BAD HERSFELD. Wenn Guna Pathak aus Kathmandu sein medizinisches Examen in den Händen hält, wird Dr. Eckart Auel ein wenig stolz sein. Denn dann schreibt der erste Schützling des Vereins Nepalhilfe Bad Hersfeld auch gleich die erste Erfolgsgeschichte.

Vor zehn Jahren waren der Bad Hersfelder Allgemeinmediziner Auel und der pensionierte Unternehmer Dieter Baur zum ersten Mal in Nepal auf Trekkingtour. Sie waren fasziniert von der Schönheit und gleichzeitig entsetzt über die Armut des Staates im Himalaya-Gebirge.

Auf dieser Reise lernten die beiden Guna Pathak kennen, einen Jungen, der die Fähigkeit, nicht aber das Geld zum Studieren hatte. Kurzerhand holten Auel und Baur den Nepalesen nach Deutschland. Doch dort fiel ihnen ein entscheidender Missstand auf: „Es gab keine Organisation, die Guna bei seinem Medizinstudium unterstützen könnte", erzählt Eckart Auel. „Also haben wir gedacht: Bevor wir ihn heimschicken, fördern wir selbst."

13 500 Euro für Schulkinder

Inzwischen ist aus der Verbindung zu dem nepalesischen Studenten ein eingetragener Verein geworden, der 50 Mitglieder hat. Die Hälfte kommt aus Bad Hersfeld, die andere Hälfte aus Bietigheim-Bissingen in Baden Württemberg, der Heimat von Dieter Baur.

13 500 Euro haben die deutschen Helfer bereits nach Nepal überwiesen. Das Geld kommt der Hilfsorganisation „Hoste Hainse" - das heißt so viel wie „Hau Ruck" - zu Gute, die Kindern Schulbildung ermöglicht. „Eines unserer Ziele ist es, Kinder vor Kinderarbeit zu bewähren, indem sie zur Schule gehen", sagt Dieter Baur. „Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt, und trotzdem interessiert sich fast niemand für die Leute dort".

Dass sich zumindest die Mitglieder der Nepalhilfe für
sie interessieren, spüren inzwischen 45 Kinder. Mit den Spenden des Vereins bezahlen sie ihr Schulgeld. „Uns ist es am wichtigsten, dass die Spenden auch ankommen", betont Eckart Auel, der inzwischen ein weiteres Mal in Nepal war. „Bei uns gibt es keine Verwaltungskosten, und wir werden mindestens einmal im Jahr vor Ort kontrollieren, ob das Geld dahin kommt, wo es hin soll."

Zusätzlich zur Unterstützung von „Hoste Hainse" vergibt die Nepalhilfe auch Stipendien, damit junge Nepalesen in Deutschland studieren können. Allerdings unter einer Bedingung: „Nach dem Studium müssen die Studenten wieder zurück gehen", erklärt Dieter Baur. „Ihre Ausbildung soll ja Nepal zu Gute kommen, nicht uns hier in Deutschland,"

So soll es auch bei Guna Pathak sein, dem Auslöser und ersten Schützling der Nepalhilfe. Wenn er sein Examen gemeistert hat, wird er die Hilfe, die ihn so weit weg von zu Hause geführt hat, in seine Heimat zurückbringen.

> Weitere Informationen gibt es unter: 06621/912965 oder auf www.nhbh.de. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 150 Euro.

Presse - Übersicht

 

Impressum    www.nhbh.de